TAFEL Finsterwalde feiert 20-jähriges Jubiläum
„Es ist schön, dass es sie gibt und bedauerlich, dass es sie geben muss“, sagen viele Leute über die Finsterwalder Tafel. So erzählt es Pfarrer Markus Herrbruck, als er den Jubiläumsgottesdienst am 14. Oktober in den Räumlichkeiten der Finsterwalder Tafel im Gröbitzer Weg eröffnet und die vielen Gäste begrüßt. Der Finsterwalder Posaunenchor unter der Leitung von Kantor Andreas Jäger begleitet den Festgottesdienst musikalisch.
Angefangen hat alles mit Beuteln, die an einem kalten Novembertag vor der Trinitatiskirche verteilt wurden, kurze Zeit später gab es die ersten Räumlichkeiten in der Leipziger Straße- es folgten mehrere Umzüge, bis die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Plus-Markt beziehen konnten.
Einer der ersten Empfänger kam auch zum Jubiläum- viele kennen sich, die Tafel ist eine Gemeinschaft. Pfarrer Herrbruck erinnert in seiner Predigt daran, dass Wertschätzung und Würde Grundsätze der Tafel-Arbeit seien: „Wir verwechseln Essen damit, möglichst viel in kurzer Zeit aufzunehmen“, kritisierte er die Überproduktion und die Verschwendung von Lebensmitteln. Bei der Tafel finden aussortierte Speisen eine gute Verwendung, sie helfen und ernähren die Menschen, die mit ihren knappen Einkünften darauf angewiesen sind. Allein in diesem Jahr wurden bis zum 30. September 10.110 Beutel ausgebeben.
Auch Bürgermeister Jörg Gampe kennt die Räumlichkeiten und Abläufe der Tafel bestens, er dankte in seinen Grußworten vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, „die hier an fünf Tagen in der Woche, manchmal auch am Wochenende, die schwere und nicht immer schöne Arbeit ableisten und dabei allen, die kommen, mit Würde und Wertschätzung begegnen“.
Grußworte lassen auch viele andere ausrichten, die an das Jubiläum der Tafel gedacht haben. Superintendent Thomas Köhler und die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“, die den Umbau und den Umzug in die neuen Räume Anfang 2017 finanziell möglich gemacht hat.
„Der größte Dank aber geht an die, die hier Lebensmittel sortieren, ausgeben und uns unterstützen, aber auch an die, die hier her kommen und die Arbeit der ehren- und hauptamtlichen Helfer schätzen. Die Tafel ist ein Ort der Würde, der Wertschätzung und des Dankens“, schließt Pfarrer Herrbruck seine Predigt und entlässt die Gäste ins Gespräch, auch mit Pfarrer Geese, der über die Geschichte der Tafel einiges zu erzählen hat. Zuvor dankt er den „drei Hauptverantwortlichen“ für ihre treuen und wichtigen Dienste: Gerhard Strauß, der den „Außendienst“ koordiniert, Kerstin Nelkert, „die innen alles im Griff hat“ und Marina Pichlak „die über die Finanzen wacht“.