Unwetter macht „große und kleine Unterführung“ kurzfristig unpassierbar
Aufgrund des Unwetters über Finsterwalde ist der Entwässerungsbetrieb der Stadt Finsterwalde für die Sicherungsmaßnahmen seit drei Uhr im gesamtem Stadtgebiet im Einsatz. Die Arbeiten an der großen Unterführung laufen seit vier Uhr. Unterstützt wird der Entwässerungsbetrieb von der Freiwilligen Feuerwehr Finsterwalde und der Polizei.
Dominika Ramos, Werkleiterin des Entwässerungsbetriebes der Stadt Finsterwalde: „Während des Starkregens fielen in Finsterwalde von zwei bis 8.30 Uhr etwa 80 Liter Niederschlagwasser pro Quadratmeter. Dies entspricht einer normale Zweimonatsmenge. Obwohl bei der umfangreichen Sanierung des gesamten Kreuzungsbereichs an der „großen Unterführung“ auch für die Entwässerung das technisch maximal Mögliche herausgeholt worden ist, kommt es deswegen zu einer kurzzeitigen Unpassierbarkeit. Daher musste die große Unterführung gesperrt werden. Gleiches galt für die kleine Unterführung, die mittlerweile wieder freigegeben werden konnte.“
Die Entwässerung funktioniert innerhalb der „großen Unterführung“ grundsätzlich so: Das durch Regeneinläufe aufgenommene Wasser wird mittels eines Pumpwerks in den Kanal der Berliner Straße gehoben und überpumpt. Von dort fließt das Wasser im freien Gefälle bis zur Kläranlage der Stadt Finsterwalde. Diese kann mit 10.000 Kubikmeter/Stunde umgehen. Da am heutigen Morgen mehr als 10.000 Kubikmeter/Stunde ankamen, staut sich das Wasser kurzzeitig in den Kanälen. So auch im Mischwasserkanal unter der „großen Unterführung“, der tiefsten Stelle der Straße, wo sich dann oberirdisch das Wasser sammelt.
In der „großen Unterführung“ fließt das Wasser von Teilen der Forststraße, des Kreisverkehrs mit Teilen der Bahnhofstraße, der Turnhallenstraße und des Gröbitzer Weges oberirdisch zusammen. Unterirdisch kommt dann noch ein großer Teil des Mischwassers der gesamten Nordstadt hinzu. „Besonders zu den Starkregenereignissen, die sich in den letzten Jahren gehäuft haben, werden wir immer wieder gefragt, warum die Entwässerung in der großen Unterführung vermeintlich nicht funktioniert. Die Antwort ist ganz einfach: Sie funktioniert bereits am Limit. Der verbaute Mischwasserkanal verfügt über die maximale Aufnahmekapazität. Auch die verbauten Pumpen leisten das, was technisch möglich ist. Wenn der Kanal jedoch voll ist, können auch die besten Pumpen kein Wasser mehr hineindrücken. Mehr konnte unter diesem Straßenkörper schlicht nicht verbaut werden, sodass wir bei Starkregen das kurzzeitige Volllaufen der Durchfahrt wohl oder übel akzeptieren müssen.“, erklärt Dominika Ramos.
Darüber hinaus gab es Wasserschäden in den beiden Grundschulen Nehesdorf sowie Stadtmitte und einige Straßenüberflutungen. Unterstützt wurden fast alle Sicherungsmaßnahmen in der Stadt von der Freiwilligen Feuerwehr Finsterwalde, die zu insgesamt 15 Einsätzen gerufen wurde. Schäden sind nicht zu verzeichnen.
„Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Entwässerungsbetriebs sowie den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Finsterwalde, die ihr Bestes geben, um die Situation in den Griff bekommen. Ich danke auch allen Bürgerinnen und Bürger für Ihr Verständnis und dass sie die Einschränkungen in Kauf nehmen. Wir können froh sein, dass es in Finsterwalde, gegenüber anderen Regionen, nur wenige Unwetterschäden gibt.“, so Bürgermeister Jörg Gampe.

